Freitag, 4. Februar 2011

Die etwas anderen Aegyptenferien

So haben wir unsere Ferien nicht vorgestellt, aber es war voll mit Spannung und wir haben das Gefühl, eine sehr lange Zeit unterwegs gewesen zu sein.
Am Freitagmorgen den 28.1 wurden wir von unserem Guide abgeholt um das Aegyptische Museum zu besichtigen. Das war aber leider wegen den Unruhen in Kairo bereits geschlossen und die berühmten Alabasterzitadella ebenfalls.

Es waren nur noch 2 Moscheen offen, welche wir besichtigen konnten. Aber auch diese waren schon mit Panzern und Polizeisperren abgesichert.

Moschee von Kairo
Moschee-Kairo

Moschee-in-Kairo

Nachher sagte unser Guide wir müssen jetzt zurück zum Hotel, denn es gibt nichts mehr was offen ist, aber im und um das Hotel sei "alles safe" , wir können ohne Probleme spazieren gehen. Das haben wir gemacht und am Nil zwischen zwei Brücken ein kühles Bier getrunken. Plötzlich sahen wir, dass auf den Brücken Polizeisperren errichtet wurden. Da war es Zeit wieder ins Hotel zurück zugehen. Auf der Brücke vor unser Hotel standen die Polizei 6 Reihen dick im vollen Montur und wir hörten die Demo schon.

Polizeisperren vor unserem Hotel
Polizeisperre-vor-unserem-Hotel1

Wir rannten durch die Polizeisperren zu unserem Hotel und schon waren tausende Demonstranten auf dem Platz vor unserem Hotel. Und es ging gleich los, mit Tränengas und Gummigeschossen. Wir konnten sicher hinter Glas zuschauen. Nach ca. einer Stunde Kampf zwischen Polizei und Demonstranten wurde die Brücke von der Polizei freigegen und die Masse von Leuten drängte über den Platz und über die Brücke.

Die Demo in vollem Gange
Demo-pur

Internet und Handy waren gesperrt aber wir konnten noch via das Festnetz nach Hause anrufen das wir ok sind. Ab dem Balkon konnten wir den ganzen Nachmittag der Demonstration zuschauen.

Gefechte mit Tränengas und Gummigeschossen auf der Brücke
Gefecht-auf-der-Bruecke

Der Morgen danach
Der-Morgen-danach

Am nächsten Tag wurden wir von unsere Chauffeur abgeholt, denn er machte sich Sorgen um uns. Es gab ein Ausgangssperre (seit 35 Jahre wieder das erste Mal für uns) und der Flughafen war noch geschlossen. Unsere Guide Osama kam auch mit viel Mühe zum Hotel und zusammen haben sie uns durch Hintergassen und Slums zum Flughafen gefahren, wo wir einen Flug nach Luxor (dort sei "alles safe" ) hatten.

In Luxor wurden wir durch Mohamed im Empfang genommen und auf unser Nilschiff gebracht. Ein schöner Luxuskahn mit Pool und Liegestühle und 25 Grad.

Unser Schiff
Unser Schiff

Wir konnten auch in Luxor nichts anschauen, alles war geschlossen, aber sie sagten, "die Stadt sei safe". Nach einem kleinen Spaziergang durch Luxor und dem Besuch einen Bazar gingen wir zurück zum Schiff.

Mohamed hatte vor dem Essen für uns eine Kutschenfahrt organisiert.

Pferdekutsche-in-Luxor1

Wir schaukelten friedlich durch die Gassen von Luxor, als plötzlich die Leute aufgebracht und nervös anfingen zu rufen und schreien und wild herumrennen. Die Kutsche ging immer schneller dann wurde das Verdeck geschlossen und mit vollspeed klapperte das Pferd durch die engen Gassen. Dann plötzlich eine scharfe Kurve nach rechts und wir waren von der Hauptgasse weg, wo es wieder ruhiger war. Aber wir waren jetzt mitten in der Armutsviertel von Luxor gelandet, wo normalerweise gar keine Touristen hinkommen. Ueber Abfallberge und zwischen Marktständen hindurch, via Umwegen und durch 3 Polizeisperren kamen wir wieder zu unserem Schiff.

Dort gab es ein feines Dinnerbuffet. Am nächste Tag sagte Mohamed, bis 15.00 Uhr ist "alles safe" und wir können noch 2 Tempel anschauen.

Der Luxortempel mit den wünderschönen Sphinxis und grossen Pilonen.
Luxortempel1

Sphinxies

Und der Karnaktempel.
Dem Gott Amun, seiner Frau Mut und dem Sohn Kenso sind diese Tempel gewidmet.

Karnak-Tempel1

Fast unglaublich, mehr als 80 Säulen in der Tempelhalle
7-Weltwunder-mehr-als-80-Saeulen-plus-Loes


Am nächten Tag legte unser Schiff ab Richtung Edfu. Dort sei "alles safe" und wir können das volle Programm machen! Vergiss es. Nach der Schleuse durften wir nicht anlegen und fuhren weiter Richtung Assuan (Dort sei "alles safe")

Die Schifffahrt genossen wir jedoch bei viel Sonnenschein, Baden im Pool, ein Bierchen an der Deckbar und zu jeder Mahlzeit ein riesiges Buffet. So konnten wir die Tage auf dem Schiff doch noch richtig geniessen.

Auf-dem-Schiff

Loes beim abkühlen im Pool auf dem Nilschiff
Loes-beim-abkuehlen-im-Pool

Die Landschaft entlang dem Nil ist Traumhaft schöne.
Nilufer-vom-Schiff-aus1

Auf-dem-Nil


Inzwischen konnten wir auch wieder sms-len und hörten via CH und Holland wie die Situation in Aegypten wirklich ist und haben uns entschlossen nach der Schweiz zurück zu kehren. Aber wir waren immer noch auf den Schiff und der Flughafen in Assuan war überfüllt und die Flüge zum Teil gestrichen. Ein Flug ab Assuan war unmöglich.

Unser Reiseagentur organisierte dann für den nächste Tag einen Transfer mit dem Auto von Assuan nach Hurgada (dort sei "alles safe")

Inzwischen hatte Mohamed für uns noch eine Besichtigung von der Philaetempel organisiert, wir konnten uns noch eine kleiner Gruppe Holländer und Deutschen anschliessen. Der Tempel liegt auf einer Insel und wir mussten mit einem Boot rüber. Von den über 300 Booten waren lediglich etwa 3 Boote unterwegs. Bei dem Tempel, wo normalerweise tausende Touristen laufen, waren nur ein handvoll Menschen.

Philleatempel-in-Assuan1

Da wurde Mohamed zum erste Mal richtig bewusst, das es sehr Ernst ist, und er kein Arbeit mehr hat wenn die Toruisten wegbleiben.

Mit einem Motorböötli gingen wir zurück Schiff.

Am nächsten Morgen um 7.30 wurden wir abgeholt von einen neuen Guide mit 2 Chauffeuren für unser Transfer Richtung Hurgada. Aber erst mussten wir die Getränke noch zahlen. Schwierig wenn die Banken, Automaten und Cards gesperrt sind. Nachdem wir all unser CH-Bargeld und Aegyptischen Pounds zusammen gelegt hatten konnten wir bezahlen und gehen.

Uns erwartete eine 7 Stündige Fahrt mit einem luxuriösen Kleinbus (zum Glück mit Klimaanlage) durch das Aegyptische Hinterland und durch die Wüste nach Assuan. Aber es war total spannend. Loes ist nicht einmal eingeschlafen!

Bei der Ankunft in Hurgada fuhr das Auto direkt zum Bank, damit wir wieder Bargeld hatten (Trinkgeld)
Mit der Card konnten wir lediglich 500 Ae.P abheben, denn die geldbezugsmenge war auch eingeschränkt.

Im 5-Sternen Hotel Marriot wurden wir von einem neuen Guide in Empfang genommen. Inzwischen hatte unser Reiseagentur einen Flug direkt von Hurgaga nach Basel organisiert.

Wir hatten jedoch noch den Nachmittag und den nächsten Tag bis 3 Uhr Zeit zum baden, sünnele und das feine Essen zu geniessen.

Hotel-Hurghada1

Hotel-Hurghada-mit-Pool-und-Strand1

Ausserhalb vom Hotelareal waren auch in Hurgada schon Demo's zu hören. Wir waren froh als wir am 3.2.2011 auf dem Flughafen in Hurghadas eingescheckt hatten.

Denn die Situation wird sich weiter zuspitzen in Aegypten. Die Leute dort haben kein Geld (Löhne werden nicht mehr ausgezahlt) und kein Essen, denn alles kommt aus Kairo und dort herrscht ein ein Chaos.

Trotz den ungewöhnlichen Umständen haben wir fantastische Ferientage erlebt in Aegypten, viel gesehen, viel erlebt und von der Spannung her ist dieser Urlaub kaum zu toppen.

Wir hoffen natürlich für Aegypten das alles wieder gut kommt.

PS: Die nächste Reise führt uns nach KUBA, wir hoffen natürlich, dass wir dort ruhigere Umstände antreffen werden.

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